Premiere:
2. Juli 2008

Es spielen:
Ulrike Auras
Angie Brinkmann
Anton Demarczyk
Daniel Dressler
Daniel Kupp
Jonathan Noé
Zeynep Tunç
Barbara Wankerl

Sprecher:
Günther Koch

Musik & Sounds:
Christopher Fellinger

Bühne:
Cornelia Kühnel

Licht:
Jo Hübner
Cornelia Kühnel

Kostüme & Maske:
Maja Demarczyk

Art Direction:
Barbara Brinkmann

Regieassistenz:
Julia Landgrebe

Regie:
Christian Auras

Penthesilea

Heinrich von Kleist

eine Produktion der Tollhaus Theater Compagnie

«Küsse, Bisse,
Das reimt sich, und wer recht von Herzen liebt,
Kann schon das Eine für das Andere greifen.»

Die Geschichte ist verwickelt: Trojanischer Krieg, die Griechen belagern Troja. Wie aus dem Nichts taucht das Amazonenheer unter Führung der Königin Penthesilea auf und sorgt bei Griechen wie bei Trojanern für Verwirrung: Die Amazonen schlagen sich auf keine der beiden Seiten, wieder und wieder greifen sie das Heer der Belagerer an und nehmen zahlreiche Krieger als Gefangene. Nach dem Gesetz ihres Frauenstaates müssen sich die Amazonen ihre Männer im Kampf erobern und sie als Gefangene in ihre Heimat Themiscyra führen. Doch entgegen dem Amazonengesetz will Penthesilea nicht irgendeinen Mann besiegen, auf den sie im Kampf trifft, sie will Achill, den Helden der Griechen, und sucht in der Schlacht immer wieder die Begegnung mit ihm. Als sie aufeinander treffen, besiegt Achill sie, Penthesilea verliert das Bewusstsein und die Erinnerung an die Niederlage. Achill aber, der sich in seine Gegnerin verliebt hat, lässt sich von der Amazone Prothoe dazu überreden, Penthesilea bei ihrem Erwachen als Besiegter gegenüberzutreten. Die Täuschung fliegt auf, als die Amazonen Penthesilea befreien. Nun greift Achill zu einer List: Um Penthesilea nach Themiscyra folgen zu können, fordert er sie erneut zum Kampf, in der Absicht, sich besiegen zu lassen. Doch Penthesilea missversteht seine Absicht...

Zur Zeit seiner Entstehung galt Kleists Stück als unspielbar. Kritiker bescheinigten ihm, „Entsetzen, Abscheu und Ekel“ auszulösen und entdeckten darin „fieberhafte Zuckungen, geschraubte, unnatürliche Bilder, Rohheit und Wildheit“. Doch Kleist hat mit «Penthesilea» nicht nur ein formal und emotional überbordendes, sondern auch ein thematisch vielschichtiges Drama geschaffen: Ein Stück über den Zusammenprall von Kulturen, Systemen, Weltanschauungen. Ein Stück über die Spannung zwischen den Einzelnen und der Gesellschaft. Ein Stück über Krieg, über Männer und Frauen, über Liebe und maßlose Leidenschaft auch über Raserei und Wahnsinn.

In ihrer Spielfassung erkundet die Tollhaus Theater Compagnie die Reibungsflächen von emotionaler Unbedingtheit und gesellschaftlicher Vernunft und stellt die Frage, wie leicht die dünne Schicht der Zivilisation schmilzt, unter der uralte Triebe und Strömungen lauern.


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