Tagwerk


Die Geschichte der Eva Korngold
Spielfassung von Hans Schlicht

«Vielleicht wirst du die einzige sein, die es überlebt«, sagte meine Mutter. »Aber wenn du es überlebst, musst du aufschreiben wie es war, was du erlebtest, was mit uns geschah, alles genauso, wie es sich ereignete. Dann ist es bezeugt.«

Und diesen Auftrag ihrer Mutter hat sie erfüllt. Aus den Erinnerungen der Holocaust-Überlebenden Ida Löw (1924 – 1991) hat der amerikanische Journalist und Schriftsteller Meyer Levin einen Roman gemacht: Die Geschichte der Eva Korngold: Nach Aufzeichnungen von Ida Löw.

In der Spielfassung von Hans Schlicht wird aus dem Roman ein Theaterabend über die Notwendigkeit des Erinnerns und über den Willen zu leben. Zu überleben.

Das Stück folgt der Lebensgeschichte einer jungen Frau, die mit falschem Namen und mit falschen Papieren eine neue Identität annimmt, um dem nationalsozialistischen Vernichtungsapparat zu entkommen: Aus der 18-jährigen polnischen Jüdin Eva wird die 22-jährige Ukrainerin Katarina, die als Fremdarbeiterin nach Deutschland geht. Die allgegenwärtige Gefahr, enttarnt zu werden, zwingt sie, ihre falsche Identität um jeden Preis aufrecht zu erhalten; auch um den Preis, ihre eigentliche Identität zu verlieren: »Die Vergangenheit ist wie weggewischt. Wer bin ich denn in Wirklichkeit?« Schließlich wird sie doch nach Ausschwitz deportiert – und lässt sich trotzdem ihren Lebensmut nicht nehmen, weil sie sich nicht aufgibt und selbst kleinste Momente der Hoffnung nutzt, um Kraft zu schöpfen.

Erzählt wird nicht nur eine Geschichte von Angst, Bedrohung und Unmenschlichkeit, sondern vom entschlossenen Festhalten am Leben. Auch um Zeugnis abzulegen für jene, die nicht überlebt haben. Wie Eva es ihrer Mutter versprochen hatte.

Eine Schauspielerin spricht – wissend, dass sie nicht Eva ist und niemals Eva sein kann. Aber ihr Sprechen kann Stimmen hörbar machen, wenn sie zu verschwinden drohen. Kann Erinnerungen lebendig halten, wenn die letzten Zeitzeugen verstummen. Kann sich dem Vergessen, dem Verharmlosen, dem Leugnen entgegenstellen. Gerade heute.

Eine Produktion der tollhaus theater compagnie basierend auf dem gleichnamigen Roman von Meyer Levin Erschienen im Antje Kunstmann Verlag / Spielfassung von Hans Schlicht

Hans Schlicht

~ »Eine Schauspielerin spricht – wissend, dass sie nicht Eva ist und niemals Eva sein kann«

Mitwirkende

Ulrike Auras
Ulrike Auras

Schauspiel

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Hans Schlicht
Hans Schlicht

Schauspiel und Spielfassung

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Christian Auras
Christian Auras

Regie

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Cornelia Kühnel
Cornelia Kühnel

Bühne und Licht

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Anton Demarczyk
Anton Demarczyk

Visuals

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Anna Verena Rapp

Kostüm

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